Monuments Chretiens



Der Besucher, der nach Ägypten reist, wird von einer Anzahl von Monumenten einer großartigen Zivilisation angezogen, deren Ursprünge im Land des Nils blühten. Die Geschichte berichtet, daß diese Zivilisation sich seit dem Anfang des 30. Jahrhunderts v. Chr. zu künstlerischer Schöpfung entwickelte, und zwar auf den Gebieten der Baukunst, der Bildhauerei, der Malerei, der Gravierung und der verschiedenen Gewerben. Diese Zivilisation entwickelte sich weiter tausende von Jahren, bis sie von einigen Schwierigkeiten wegen der Invasionen der Perser, der Griechen und der Römer gestört wurde.
In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts reiste der Apostel Markus nach Ägypten und verbündete in Alexandria das Evangelium. Von dort aus verbreiteten sich die Lehren des Christentums in Ägypten. Trotz der Verfolgung, die die Anhänger des neuen Glaubens erlebten, entwickelte sich eine Kultur von künstlerischem und literarischem Wert. Das meiste literarische Schaffen zeichnete sich durch die Beharrung auf den Tugenden aus. Die Kunst war christlich gefärbt und im Baustil der Kirchen und Kloster und in den Gemälden der Heiligen Familie und der Heiligen Aposteln sichtbar. Deshalb hat das koptische Zeitalter eine kulturelle Bedeutung und gilt als Verbindungsglied zwischen dem griechisch römischen Zeitalter und dem islamischen Zeitalter.
Mit dem Beginn des 7. Jahrhunderts schien das Licht der mohammedanischen Mission in die arabische Halbinsel und erhellte das Niltal, als Amr Ibn Al-As (20 d.H. - 640 n. Chr.) die purpurfarbige Fahne in allen Gebieten des Niltals flattern ließ. In dieser Zeit kam eine neue Kultur zur Welt, begann zu blühen und erreichte ihre höchste Blütezeit im 13. und 14 . Jahrhundert n. Chr. Bau-und Kunstwerke, wissenschaftliche, philosophische und literarische Arbeiten sind Zeugnisse der Kultur dieser Zeit. So wurden die christlichen und die islamischen Monumente neben den ihrer Urväter Strahlungsstätten, die durch ihre Pracht die Ägyptenbesucher aus vielen Völkern anziehen.
























 
Die Kirchen
Die altkoptischen Kirchen konzentrieren sich im Stadtteil Alt-Kairo und sind größtenteils in der Gegend Qasr Al-Scham auf den Ruinen der römischen Festung Babylon errichtet worden.

St. Sergius-Kirche (Abu-Serga)
Sie ist den beiden Märtyrern Sergius und Wakhus aus dem Anfang des 4.Jahrhunderts n. Chr. geweiht. Sie stammt aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. und ist als Basilika angelegt. Erbaut über der Krypta, in der sich die Heilige Familie aufgehalten hat. Deshalb wird sie als Wallfahrtsort gern besucht. Sie besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffe. An der Ostseite gibt es drei Altäre, die vom Mittel-und den Seitenschiffen durch fein mit Elfenbein und Ebenholz verarbeitete Holzwände getrennt sind. Auf zwölf Säulen sind die zwölf Jüunger Christi abgebildet und Psalmtexte auf Koptisch und Arabisch eingetragen. Die Südwand ist durch eine Reihe von kostbaren Ikonen verziert. Die Höhle und deren Brunnen sind das Ziel vieler Besucher.

Die Hängende Kirche (Al-Mu'allaqa)

Im 5. Jahrhundert als Basilika auf dem Südportal der römischen Festung Babylon, daher auch "die Hängende" genannt. Sie besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen sowie einem Durchgang. Ihre Säulen sind aus Marmor. Die drei Altäre liegen nach Osten hin und von Holzwänden umgeben, die fein mit Ebenholz und Elfenbein verarbeitet sind. Die Kirche hat eine hübsche Kanzel aus Marmor. Ihre Südwand ist mit wundervollen Ikonen verziert, deren Geschichte auf die ersten christlichen Anfänge zurückgeht.

Die Kirche der Jungfrau (Al-Asraa)

Sie stammt aus dem 8. Jahrhundert und hat die Form einer Basilika. Ihre drei Altäre sind mit Holzwänden umgeben, die mit Elfenbein verarbeitet sind. Die Kirche besitzt einige wertvolle Ikonen.

Die Kirche der Heiligen Barbara

Sie wurde im 5. Jahrhundert zur Erinnerung an eine Märtyrern im östlichen Teil der Festung Babylon gebaut. Sie hat die Form einer Basilika. Die Holzwände der Altäre sind fein verarbeitet. Die Kirche wurde im 10. Jahrhundert neu errichtet unter Beibehaltung ihres ursprünglichen Holzportals, eines der feinsten Kunstwerke der Zeit. Zu ihren Kunstwerken wurde eine Holzwand mit 45 Füllungen fatimidischer Art hinzugefügt.

Die Kirche des Mari Girges

Als Basilika über der Trümmer einer alten Kirche errichtet. Sie hat drei Kuppeln und eine Halle aus dem 13.Jahrhundert, die "die Halle der Bräute" genannt wird.

Die Mari Girges-Kirche der Römer

Sie wurde auf einem Turm der Festung Babylon gebaut und hat die runde Form der Festung übernommen. Besonders auffallend ist die große Kuppel.

Die Kirche des Mar Mina (im Stadtviertel Fom Al-Khalieg)

Ihre Geschichte geht auf das Ende des 5. und den Anfang des 6. Jahrhunderts n. Chr. zurück. Sie ist dem Heiligen Mina geweiht, einem der berühmtesten Heiligen der koptischen Kirche, der den Märtyrertod während der Unterdrückung des römischen Qaldianus, für die Christen erlitten hat.

Die Kirche der Jungfrau (Al-Asraa) in Zeitung

Um Segen bittende tausende von Menschen besuchen diese Kirche, nachdem das Phantom der Jungfrau Maria auf eine ihrer Kuppeln zum Vorschein kam.

Der Marienbaum in Matariya

Sehenswert ist dieser Platz mit dem Marienbaum, in dessen Schatten die Heilige Maria mit dem Jesuskind ruhte, als die Heilige Familie nach Ägypten kam. Dieser Baum ist noch bis heute, wie ein Wunder, grün.


Die Kathedrale des Heiligen Markus

Die größte Kirche Afrikas. In jüngster Zeit im Stadtteil Ab- basiya als Vorbild für die modernste Architektur erbaut. In dieser Kathedrale wird der Leichnahm des Heiligen Markus, des ersten Missionars zur Verbreitung des Christentums in Ägypten aufbewahrt.

Koptisches Museum
(im Viertel Masr Al-Qadiema Alt-Kairo)

Umfaßt eine seltene Sammlung von Kunstgegenständen aus frühchristlicher Zeit, wie Architekturfragmente, Textilien, Ikonen und Manuskripte. Die Exponate des Museums widerspiegeln die Großartigkeit der koptischen Kunst, die den Übergang herstellt und zwar von der Kunst der pharaonischen Epoche zu der Kunst der islamischen Zeit.






Die Klöster
Die meisten Klöster sind in den Wüsten und Tälern Ägyptens.



Das Kloster des Heiligen Antonius

Es wurde nach St. Antonius, dem Vater des Mönchtums benannt. Es liegt am Fuß des südlichen Al-Galala-Berges in der Ostwüste und wurde dort im 4. Jahrhundert an der Stelle erbaut, wo sich der Heilige bis zu seinem Tode der Askese widmete. In diesem Kloster gibt es fünf Kapellen und einen Garten, der das Wasser aus drei Quellen bekommt.
Die Klosterbibliothek umfaßt 1562 Bande, darunter 1438 Handschriften. Da hat einen Toreingang, der im 19. Jahrhundert renoviert wurde. Vorher gelangte man ins Kloster über ein an Seil und Rolle heruntergelassenes Brett.

Anba Paula-Kloster (Kloster des Heiligen Paulus)

Wurde im 4.Jahrhundert in der Form einer Festung in den hohen Bergen nahe dem Roten Meer erbaut. Anba Paula halt man für den ersten christlichen Asketen in Ägypten. Das Kloster umfaßt vier Kirchen und eine Bibliothek mit 764 Handschriften.

St. Katharinen-Kloster in Sinai

Dieses Kloster wurde Anfang des 6. Jahrhunderts am Fuß des Moses-Berges in Sinai erbaut. Das Kloster, von einem Garten umgeben, hat eine Kirche und eine kleine Moschee, die die gegenseitige Liebe und Bruderschaft zwischen Christen und Moslems bezeugen. Die Geschichte der Moschee geht auf die Zeit des Fatimiden-Kalifen Al-Amer- bi-Ahkam Allah 1106 n. Chr. zurück. Die Kanzel und der Kuranlesestuhl tragen fatimidische Ornamente und Kufischriften. Die Kirche ist in Basilikaform gebaut und hat ein steiles Dach. Die mittlere Holztür ist mit Reliefornamenten verziert. Zwei Reihen von Granitsäulen trennen das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Vor dem Altar stehen Silberleuchter. Das Altargitter ist aus Holz und trägt Bilder der Heiligen. Bilder von Christus, der Jungfrau, Johannes dem Täufer, der Heiligen Katharina und dem Erzengel Michael schmücken die Altartür. Oben am Gitter hängen kleine Bilder, die das Leben Christi darstellen. Die Klosterbibliothek umfaßt 26000 handschriftliche Bände außer den gedruckten Büchern. In dem Klostermuseum sind die Geschenke ausgestellt, mit denen christliche Könige und Herscher das Kloster geehrt haben; darunter Kronen mit Edelsteinen und Kreuzen.

Die Klöster von Wadi Al-Natrun in der Westwüste

In der Wadi Al-Natrun-Senke befinden sich vier Klöster:
  • Makarius-Kloster (Deer Abu Maqar)
  • Kloster der Syrer (Deer Al-Suryan)
  • Kloster des Hl. Bschoi (Deer Amba Bschoi)
  • Al-Baramus-Kloster (Deer Al-Baramus)
Das zweitgenannte Kloster ist das älteste, dessen Geschichte auf das 4. Jahrhundert n. Chr. Es wurde im 9. Jahrhundert neu gebaut und umfaß drei Kirchen: -die Kirche des Engels Michael (auf einem Turm gebaut) und zwei Kirchen der Jungfrau.

Al-Muharraq - Kloster

In Oberägypten bei der Stadt Nasali Ganub. Erbaut im 4. Jahrhundert Chr., an der Stelle, an der sich die Heilige Familie aufgehalten hatte. Das Kloster umfaßt die älteste Ägyptische Kirche mit dem Namen der Jungfrau. Dort befindet sich ein wunderschönes Bild der Jungfrau mit dem Jesuskind. Außer diesen und anderen alten Kirchen und Klöstern gibt es neue sehenswerte religiöse Bauten, an deren Spitze St. Markus-Kathedrale auf der Ramses Straße in Kairo ist.












 



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